| home > Politik > Auch wir sind das Volk? | ||
|
Auch wir sind das Volk? |
||
|
Auch wir sind das Volk - Unter dieser Überschrift solidarisieren sich derzeit 60 Wirtschaftsbosse, Schmalzbarden und Schmierenliteraten per Anzeige in einer süddeutschen Klatschzeitung mit dem Kanzlerdarsteller und Gewinner des Heinrich-Brüning-Ähnlichkeitswettbewerbes. 60 Anhänger einer Politik, die beginnt, mit dem Wiederbeleben des Reichsarbeitsdienstes Ähnlichkeiten mit der des Dritten Reiches zu zeigen, wollen also das Phänomen der Dikatur des Kapitals und Armutsförderung, die sie beide als super-toll befinden, als rein Deutsches Problem sehen. Völlig in der nationalistischen Besoffenheit torkelnd sehen sie sich also als Teil des Volkes! So ein Humbug! Schon Machiavelli unterschied säuberlich zwischen den "großen Herren" und dem "Volk"; da es sich bei den 60 allesamt um das handelt, was man heutzutage "Bonzen" zu nennen pfelgt, fallen sie bei Machiavelli unter die Kategrie "große Herren". Im Gegensatz zu den bonzigen 60 ist der politische Volksbegriff Machiavellis keine bräunlich nationalistischer sondern ein eher soziologischer. Da aber der Kanzlerdarsteller sich auf die Bonzen, also die großen Herren stützen muss, da das Volk in ihm nichts anderes als die Bedrohung der Demokratie mehr zu sehen vermag, lohnt es zu rekapitulieren, was Machiavelli über die Herrscher schrieb, die sich gegen das Volk auf die großen Herren stützen. Im IX. Kapitel des "Fürsten"
hält er es für nicht ratsam, sich auf die großen Herren
zu stützen, da einerseits zu viele den Herrscher umgeben, die keine
Befehle entgegen zu nehmen bereit sind. Das sehen wir deutlich, wenn Bonzen,
die auch zu denen der 60 gehören, keinerlei Anstalten machen, Absprachen
über Lehrstellen etc. einzuhalten. Gesetze zu ihrer Kontrolle lehnen
sie ab, fordern aber solche zur Kontrolle des Volkes. Sie wollen also
dem Kanzlerdarsteller nicht gehorchen, sondern gar noch an seiner Stelle
die Befehle geben. 1:0 für Machiavelli. Zweitens hält Machiavelli es für unklug, sich als Herrscher auf die großen Herren zu stützen, da man diese nie zufriedenstellen könne, wolle man rechtschafen bleiben und den anderen kein Unrecht tun. Arbeitskräfte für nur einen Euro sind der Wirtschaft schon jetzt zu teuer, Steuergeschenke in Milliardenhöhe reichen nicht aus, Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze reichen den großen Herren und Unterzeichnern nicht, sie wollen mehr und schlimmere Armut. 2:0 für Machiavelli. Das Streben des Volkes sei rechtschaffener als das der Bonzen, schreibt Machiavelli, da das Volk nur nicht unterdrückt werden will, die Bonzen aber das Volk unterdrücken und ausbeuten wollen; deshalb könne man im Gegensatz zur maßlosen Gier der Bonzen das Volk zufriedenstellen. Das schlimmste, was einem beim Volk verhassten Herrscher geschehen könne, sei, dass dieses ihn im Stich läßt. Dass dies längst geschehen ist, braucht hier nicht extra belegt zu werden. Alles, was man nach Machiavelli falsch machen kann, hat der Kanzlerdarsteller falsch gemacht, dass er jetzt eine Jubelbonzen-Anzeige schalten läßt, und damit deutlichst beweißt, dass die habgierigen, wechselbälgischen Bonzen die Stütze seiner Herrschaft sind, zeigt, dass es mit ihm zu Ende geht. Auch wenn seine Jubelbonzen es noch so häufig wiederholen, sie sind eben kein Teil des Volkes, sie sind Bonzen, Schund- und Schmierenkomödianten, Schmalzbarden, Schmarotzer, kurzum Bonzen. Dass diese Jubelbonzen in ihrer ekelerregenden und zudem schlechtgesetzten Annonce nationalistische Volksbegrifflichkeiten verwenden zeigt, dass alle 60 nicht verstanden haben, dass ihre Zeit seit dem 8. Mai 1945 endgültig vorbei ist! Eine Bonze bleibt ein Bonze, er wird nie Teil des Volkes! Des Volkes, das in ganz Europa und bald auch den USA aufsteht gegen die Ausbeutung durch das Bonzenpack! Tipps: 1.: Demo am 1. November 2003 in Berlin 2.: Das Kapital schlägt zurück
URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/auch_volk.htm
© christian wetter, 04.10. 2004 |
||
![]() |
||