home > Politik > CDU: Nationalismus statt Demokratie

CDU: Nationalismus statt Demokratie

Bremen, 24.10.2005

Nun möchte auch die Bremer CDU, eine radikale Splitterpartei die in immer mehr Wohngebieten unter die 10%-Marke rutscht und landesweit kaum noch über 20% erreicht, den aus ihrer Sicht guten alten Nationalismus reanimieren und selbst Schulkinder zwingen, die Nationalhymne zu singen; am besten schwarz-rot-gold beflaggt.

Im Weser Report vom 23.10.2005 titelt man denn gleich auf Seite eins: "Aus Kindern Patrioten machen".

Begeistert zeigt man sich in der Bremer CDU von einem Papier der sächsischen CDU mit dem Titel "Deutscher Patriotismus in Europa". Wer nun meint, die sächsische CDU würde sich kritisch mit den Folgen des deutschen Patriotismus für Europa auseinandersetzen, etwa darüber reflektieren, wie es in Europa einst zu dem Reim "Nach dem ersten deutschen Tank kommt sofort die Dresdner Bank" kam, wird enttäuscht.

Hier mal ein Zitat aus der sächsischen CDU-Papiermüll-Produktion:

"Das Singen der Hymne muss eine Selbstverständlichkeit bei öffentlichen Veranstaltungen werden, dient der Identifikation der Bürger mit ihrem Gemeinwesen und wird von jedem Politiker als Bekenntnis zu unserem demokratischen Staat erwartet."

Zitatende.

Selbst die Kanzlerkandidatin der CDU, das Merkel, sang bei ihrem peinlichen Wahlauftritt auf dem Bremer Marktplatz die Nazionalhymne. Von einem Bekenntnis zur Demokratie ist bei Frau Merkel allerdings nichts zu spüren. Im Gegenteil, sie stellt sich offensiv in die Reihe derer, die die Demokratie abschaffen wollen.

Anläßlich des 60. Gründungsjubiläums der CDU tönte sie dreist vom Podium:

"Politik ohne Angst. Politik mit Mut - das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten. Und wenn sie sich behaupten sollen, dann müssen wir bereit sein, die Weichen richtig zu stellen. Auch da sind wieder Widerstände zu überwinden. Es sind wieder Prioritäten zu setzen. Ist dem Wichtigen der Vorrang vor dem weniger Wichtigen zu geben.

Viele in der Politik argumentieren ja oft und gerne mit Sachzwängen, die sie daran hinderten, dieses oder jenes genau jetzt zu tun. Ich will nicht näher bewerten, wie viel davon wahr ist oder wie viel Ausrede, aber ich sage klar: Für uns gibt es nur einen einzigen Sachzwang, dem wir unterliegen, und der heißt, Menschen in Arbeit zu bringen. Diesem Sachzwang hat sich alles unterzuordnen. Das ist die Priorität für CDU und CSU."

Zitatende (nix Demokratie, dafür "Arbeit macht frei"!)

Ich stelle die Passage mal deutlich heraus:

"Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie..." (Angela Merkel, 2005)

Wenn wir nach Angela Merkel (Ex-FDJ-Sekretärin mit Aufgabenbereich Politik und Propaganda) schon keinen Anspruch auf Demokratie haben, dann, so scheinen Sächsische und Bremer CDU zu denken, ja dann haben wir wenigstens die Pflicht zum Nazionalismus.

Vermutlich werden demnächst unsere Kinder gezwungen, noch ganz andere Lieder zu singen. Die Pläne zum verfassungsfeindlichen Einsatz der Armee im Inneren werden dann wohl bald durch Erziehung der Jugend zur Wehrwilligkeit unterstützt, mit einem Lied, welches die ehemalige FDJ-Sekretärin Angela Merkel noch aus den DDR-Kindergärten kennen dürfte: "Ich fahr einen Panzer, rattatattata"

 

URL dieses Artikels: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/cdu_national.htm

 

zurück nach oben

 

Macht uns reich! Schenkt uns Geld!

 


© Christian Wetter 24.10. 2005

 
Kostenloser Besucherzähler
 
   
zurück