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Demokratie statt Kapitalismus! |
Bremen, 17.03.2006 | |
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Vorwort: "Wir beschliessen etwas, stellen
das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es
dann kein grosses Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten
gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter
- Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." Ende des Vorwortes
Nachdem der radikale französische Kapitalistenführer Dominique de Villepin hatte es sich so schön gedacht. Könnte man nicht die vom Kapitalismus verschuldete Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen dazu nutzen, um die Menschenrechte als Sündenbock vorzuführen und gleichzeitig eine Bresche schlagen für ein umfassendes Übergriffsrecht für Unternehmer ihren Beschäftigten gegenüber? Genau diesen Plan stellt das CPE ("Contrat Première Embauche") dar, die Aufhebung jeglichen Kündigungsschutzes für jugendliche Berufseinsteiger. Das Argument, dass Menschenrechte schulig an der Armut sind, kennen wir ja auch von deutschen Nationalisten und Kapitalistenführern, Angela Merkel (Ex-FDJ-Sekretärin mit Aufgabenbereich Politik und Propaganda) übernahm im Wahlkampf die Slogans von Hilers erstem Wirtschaftsminister "Sozial ist wer Arbeit schafft" etc. und belehrte uns darüber, dass Deutschland keinen Rechtsanspruch auf Demokratie habe. Und selbstverständlich beinhaltet auch der Koalitionsvertrag des Regimes Merkel-Müntefering die vollständige Aufhebung des Kündigungsschutzes, was in Frankreich vorerst nur für unter 26-jährige Berufseinsteiger gelten soll, wird in der BRD alltägliche Realität für alle Beschäftigten werden. Mit dem radikalen französischen Kapitalistenführer Dominique de Villepin als überzeugtesten Vertreter des Neo-Vichyismus hat sich in Frankreich jemand an die Macht geschlichen, der offenkundig meint, vom Merkel und dessen geistigen Ahnen noch was lernen zu können. Wenn es schon fast keine Arbeit für die Jugend gibt, soll sie auch keine Menschenrechte mehr geniesen, vor allem, wenn damit einen Dammbruch im Kampf gegen Demokratie und Menschenrechte überhaupt erreichen kann. Denn wie sieht es um die Menschenrechte von Personen aus, die jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden können? Im Lebenslauf steht dann "gekündigt, entlassen, Versager", die Chancen im kollabierenden Arbeitsmarkt neue Anstellung zu finden wären perdú. Aus dem CPE folgt also die unumschränkte Erpressbarkeit der Arbeitnehmer. Wenn die Sekretärin ihrem Chef den ihm seiner und Villepins Meinung nach zustehenden Oralverkehr verweigert, landet sie eben in der Gosse, wo dann eben durch die Armut zur Prostitution gezwungen wird, so oder so, der Chef bekommt die sexuellen Dienstleistungen, die er von seiner Angestellten haben will. Natürlich, die Angestellte kann sich ja auch wehren, nur wird sie dann eben ohne Angabe von Gründen entlassen, "gekündigt, entlassen, Versager" steht dann im Lebenslauf. Sicher ist die von Villepin angestrebte sexuelle Verfügbarkeit junger weiblicher Berufseinteiger nur ein Teilaspekt des CPE, jedoch überwiegt bei Menschen oft das emotionale, also auch sexuelle, Motiv über andere. Selbstverständlich aber wird es, wenn der Diktator Villepin nicht mitsamt seinem CPE gestürzt wird, noch zu weiteren Übergriffen auf Beschäftigte kommen. Egal für welches Verbrechen ein Kapitalist dann seine Sklaven missbrauchen will, dank Villepin hätte er freie Hand. Logisch ist auch, dass das CPE nur der Einstieg ist in eine dann zu erwartende umfassende Aufhebung des Kündigungsschutzes und somit der Menschenrechte für alle auf ehrliche Arbeit angewiesenen Menschen. Es ist also in allen Aspekten begrüßenswert, wenn sich die Jugendlichen Studenten gemeinsam mit den Einwohnern den "Banlieus" mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Villepin, diese Wiedergeburt Marie Antoinettes in maskuliner Ausgabe, zur Wehr setzen. Schon einmal, 1789, haben es die großartigen Franzosen geschafft, die Freiheit und die Menschenrechte zu erkämpfen! Unternehmen wir alles, damit sie auch diesmal mit Erfolg gesegnet sein werden! "Aux armes citoyens! Liberté, Egalité, Fraternité, Laïcité! Tipp 1: Fundsache: Forderungen Tipp 2: CDU contra Demokratie Tipp 3: CDU: Nationalismus statt Demokratie Tipp 4: Zonen-Geli im Glück: Kanzler gewinnt Misstrauen Tipp 5: Zwangsprostitution Tipp 6: Der positionslose Streik im öffentlichen Dienst Tipp 7: http://de.indymedia.org/2006/03/141498.shtml (Updates aus Paris vom Donnerstag abend, Artikel vom Fr. 17.03.'06) Tipp 8: Wem gehört das Kapital? Tipp 9: Danke Frankreich ('05 EU-Verfassung komplett gescheitert)
URL dieser Seite: www.stattnetz.de/politik/artikel/cpe_widerstand.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
Christian Wetter 17.03.2006 |
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