home > Politik > Droht der WASG rechte Unterwanderung?
Supi Leserbrief des Roland-Regional zu diesem Artikel!

Droht der WASG rechte Unterwanderung?

Bremen, den 24.06.2005

aktualisiert 28.06

Mehreren Presseberichten zufolge droht der SPD-Abspaltung WASG die Unterwanderung durch Rechtsextremisten. So hat der NPD-Funktionär Thomas Wulff in einem Aufruf alle «Nationalen Sozialisten» dazu aufgefordert, sich stärker als bisher in den WASG-Gruppen zu engagieren, viele dort würden nationalistische Standpukte teilen.

Diese Einschätzung der WASG durch NPD-Kader zeigen nun zwar deutlich auf, dass seitens rechtsextremer Kreise die Absicht gibt, die WASG zu unterwandern. Aber wie sieht es seitens der WASG aus? Ist man dort offen für rechstextremes Gedankengut und faschistoide Positionen?

Über die zu beobachtende sehr häufige Doppelmitgliedschaft in WASG und Attac gibt diese Bereitschaft zumindest in einigen Regionen. Wie andernorts auch, so ist in Bremen die WASG mehr als nur offen für Attac-Mitglieder. Der Unterschied zu anderen Regionen besteht darin, dass Attac in Bremen dazu neigt, offen rechtsextreme Positionen zu hofieren, und diesen damit dann den Weg in die WASG zu ebnen.

Im Rahmen des von Attac veranstalteten Bremer Sozialforums 2005 bot Attac dem an den rechtsextremen "Lehren" Silvio Gesell orientierten Bremer Verein ROLAND.-Gutscheinring nicht etwa die Stirn, sondern eine Bühne!

(hier der Hinweis im Veranstaltungskalender des Sozialforums http://www.bremer-sozialforum.de/Programm/Roland.html <externer Link>)

Dieser Verein bekennt sich offen zur Freiwirtschaftslehre von Sylvio Gesell (externer Link, lexikon.idgr.de). Gesell selbst bekannte sich zur sozialdarwinistischen Ausrottung der "Unfähigen" und zur "Hochzucht" der menschlichen Rasse, der seine Wirtschaftslehre dienen soll. Diese Lehre ist mehr als nur strukturell antisemitisch. Zitat: "Die Münzreform macht es unmöglich, daß jemand erntet ohne zu sähen, und die Juden werden durch dieselbe gezwungen werden, die Verwerthung ihrer großen geistigen Fähigkeiten nicht mehr in unfruchtbarem Schacher zu suchen, sondern in der Wissenschaft, der Kunst und ehrlichen Industrie."

Juden werden also mit "Schacherern" gleichgesetzt, es soll nur "ernten" wer auch "gesäht" hat, d.h. auch für Alte, Kranke, Behinderte und Arbeitslose hat diese Wirtschaftslehre keinen Platz, sie fallen der Ausrottung zum Zwecke der "Hochzucht" anheim. Es soll niemand "ernten ohne zu sähen", das klingt wie "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" und riecht verbrannt nach "Arbeit macht frei".

Schon des öfteren versuchten die Anhänger dieser Lehre, neue politische Strömungen und Parteigründungen zu unterwandern. Das Gründungsmitlied der "Grünen" Baldur Springmann (externer Link, lexikon.idgr.de) ist ein Beispiel dafür.

Derzeit wird eben versucht, die globalisierungskritische Bewegung Attac und die neugegründete Partei WASG rechstextrem zu unterwandern, in manchen Regionen, z.B. in Bremen sind diese mehr als bereit dazu, Attac bieten den Rechtsextremisten die Plattform und damit die pseudo-demokratische "Legitimität" mit sochen Ideologien auch die WASG zumindest an deren Basis zu überfluten.

Die Arbeitsgruppe "global-fatal?" von Attac-Bremen wirbt z.B. offen für die "Lehren" des Rechtsextremisten Silvio Gesell! Zum Beweis das Geschmiere dieser Arbeitsgruppe zu Geld und Zinsen im Internet: http://www.global-fatal.de/Reader/10-GeldZins.htm (externer Link)

In anderen Regionen ist man seitens Attac besser im Bilde, wie die Abhandlung über die Freiwirtschaftslehre Gesells auf der Homepage von Attac Marburg zeigt: http://www.attac.de/marburg/cms/?id=Thema.gesell

Die NPD-Kader haben also garnicht so unrecht, wenn sie feststellen, dass es in den WASG-Gruppen eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber rechtsextremem Denken gibt. Die engen Verflechtungen von Attac und WASG tun das ihrige, um Teile der WASG für faschistische Ideologien zu öffnen, zumindest dort, wo Attac schon vom Rechtsextremismus so zerfressen scheint, wie in Bremen.

Natürlich kann aus dieser Verflechtung von Attac und WASG nicht geschlossen werden, dass die WASG überall reif den Faschismus ist, auch ist Attac nicht überall unkritisch bis wohlwollend dem Faschismus gegenüber.

Deshalb braucht aus der Doppelmitgliedschaft von Sabine Lösing (externer Link, www.w-asg.de) in Attac und WASG nicht geschlossen werden, dass entweder Frau Lösing oder gar der komplette Bundesvorstand der WASG aktive Sympathien für faschistische Strömungen hätten. Auffällig ist jedoch, wie sehr der Bundesvorstand der WASG um den Beitritt des Attac-Mitgliedes Oskar Lafontaine buhlte, der schon in seiner Zeit Oberbürgermeister von Saarbrücken Zwangsarbeit einführte und sich offen für Folter ausspricht (externer Link, www.wsws.org). Auch nachdem sich Attac-Mitglied Lafontaine dafür aussprach, Flüchtlinge in Lagern ausserhalb des Geltungs- und Schutzbereiches des Grundgesetzes in Nordafrika zu internieren (externer Link, www.nachrichten.at), womit er sich in die Tradition von Domenicus und Severing reihte, die ab 1921 die ersten Konzentrationlager Cottbus und Stargund in Preußen betreiben ließen, um jene zu internieren, "die man abschieben wolle, aber nicht abschieben könne" (Artikel im Stattnetz über "Integration durch Anpassung"), zeigte sich die WASG-Führung realitätsresistent, denn wer Mitglied bei Attac ist, hat für die WASG höchste Weihen der politischen "Seriösität". Mit der Positionierung von Attac scheint also auch die Positionierung der WASG einherzugehen, einige Orts- und Landesverbände sollten deshalb aufgelöst werden, bevor schlimmeres geschieht.

Weder sind die WASG noch Attac allerortens offen für den Rechtsextremismus, noch könnte man sagen, es bestehe weder die Gefahr einer Unterwanderung noch die offene Bereitschaft einzelner Gruppen hierzu. Dass der Bundesvorstand der WASG es allerdings für nötig erachtet, sich den Rechtsaußen Lafontaine ins Boot zu holen, und sich von ihm abhängig zu machen, wird voraussichtlich das Projekt einer Linkspartei aus WASG und PDS spätestens am Wahlsonntag scheitern lassen, denn wer Rechtsextreme im Bundestag will, wird mit Sicherheit das Original wählen, wer keine Rechtsextremen im Parlament will, hat in der jetzigen Situation keinen Grund, seine Stimme an eine diffuse WASG und ihren Rechtsaußen Lafontaine zu vergeuden.

Wenn die WASG es nicht schafft, Lafontaine loszuwerden und die braune Brut, die u.a. oft über gewisse Kreise durch Attac hineingeschwemmt wurden, auszuscheiden, wird sie in den Umfragen lediglich wie eine Algenblüte kurz aufschäumen um dann vom Weltmeer der Politik weggerissen werden, so dass sie am Ende ähnlich den Algen lediglich ein paar niederen Kreaturen als Beginn der Nahrungskette diente.

Ergänzung vom 29.06.2005: Gestern veröffentlichte das WASG-Vorstandsmitglied Thomas Händel auf der WASG Homepage (www.w-asg.de) eine Erklärung, dass die Abgrenzung der WASG zu Rechtsextremisten längst gezogen wäre.

Zitat: "Ebenso kann nicht Mitglied der WASG sein, „wer zuvor einer Partei, Organisation oder Vereinigung angehört hat oder sich schriftlich zu einer solchen bekannt hat oder bekennt, die rassistisches, antisemitisches und/oder antidemokratisches Gedankengut verbreitet oder verbreitet hat“, so der entsprechende Passus in der Satzung der WASG. Also: die von uns geforderte Grenzlinie ist schon lange gezogen!" (Quelle: http://www.w-asg.de/28+M5284d39837d.0.html )

Ich hoffe, dass diese Unvereinbarkeitsklausel in der Tat kruden Esoterikern, Silvio-Gesell-Jüngern und Anhängern obskurer Organisationen wie den "Freireligiösen" und "Deutschen Unitariern" gegenüber konsequent angewendet wird. Gerade von den letztgenannten wimmelt es in der SPD, aus der ja zur Zeit viele in die WASG konvertieren.

Das Neu-Mitglied der WASG, Herr Lafontaine, wäre jetzt eigentlich gefordert, die Öffenlichkeit über die langjährige Unterwanderung der SPD bis in Kabinett und Bundestagsfraktion hinein durch Mitglieder von Organisationen, die man per Gerichtsbeschluß als nazistisch benennen darf, zu unterrichten. Sicherlich läuft jede Partei Gefahr, unterwandert und mißbraucht zu werden, inkriminiert gehört der Unterwanderer. Die Öffentlichkeit hat jedoch den Anspruch, dass massiven Unterwanderungen einer Partei durch Rechtsextremisten, so wie sie in der SPD in den letzten Jahrzehnten vorkamen, von den Parteien nicht totgeschwiegen, sondern durch Achtsamkeit bei Vergabe von Parteibüchern und Auschlussverfahren der Unterwanderer begegnet wird.

Es liegt an Herrn Lafontaine, ob nach der öffentlichen Debatte um die Unterwanderungsbestrebungen gegen die WASG auch endlich einmal in allen Medien die Unterwanderung der SPD durch braune Organisationen berichtet wird, oder ob er lieber klammheimlich mit Freireligiösen und Deutschen Unitariern Kumpanei betreibt. Über ausreichendes SPD-Insider-Wissen dürfte er ja aufgrund seiner langjährigen Zugehörigkeit zu Partei und Parlamenten verfügen.

 

Link-Tipps:

1.: Eine Betrachtung der Freiwirtschaftbewegung aus antifaschistischer Sicht (externer Link, p83.arranca.de) (Zitat: "Zahlreiche Freiwirte schließen sich nun dem am 1.Mai 1933 gegründeten "Roland-Bund für die Sicherung der Markthoheit des Reiches" an, der als freiwirtschaftliche Körperschaft innerhalb der NSDAP noch bis zum Juni 1934, dem sog. "Röhm-Putsch", existieren sollte. Im Gründungsdokument des "Roland-Bundes" hieß es, Hitlers "nationale Revolution" müsse durch Gesells Freigeld-Theorie vor einer Gegenrevolution durch die internationale Hochfinanz geschützt werden.")

2.: Jutta Dittfurt, Entspannt in die Barbarei (Auszüge) (externer Link, www.kat.ch)

3.: Völkisches Empfinden - Das neue Wirtschaftspapier von Attac transportiert Globalisierungskritik aus dem braunen Sumpf. (externer Link, Konkret)

4.: NPD gibt Unterwanderung der WASG zu (externer Link, SPIEGEL)<eingefügt am 25.06.2005>

5.: "Führer unser" von Peter Kratz (externer Link, home.snafu.de/bifff)<eingefügt am 26.06.2005 / als "Trost", dass auch andere von Unterwanderung betroffen sind>

6.: Deckname Humanismus (externer Link, http://home.snafu.de/bifff - Selektion der Brauchbaren und Unbrauchbaren in der Bio-Hauptstadt Berlin) <eingefügt am 26.06.2005>

7.: PDS diskutiert soziale Eugenik (externer Link, forum.pds-online.de)<eingefügt am 29.06.2005, Seite inzwischen vom PDS-Server entfernt>

8.: (Ex)-Neonazi lange Zeit Sprecher in Wowereits Senat (externer Link, home.snafu.de/bifff) <eingefügt am 18.07.2005>

 

URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/droht_wasg_unterwanderung.htm

 

zurück nach oben

 

Macht mich reich! Schenkt mir Geld!

 


© Christian Wetter 24.06. 2005 (ergänzt am 29.06.2005)

 
Kostenloser Besucherzähler
 
   
zurück