home > Politik > Kann der Krieg mit dem Iran noch verhindert werden?

Krieg und Glaube

Bremen, 13.02.2006

Der Krieg mit dem Iran ist aus zweierlei Gründen nicht zu verhindern.

1. Die USA wollen ihn.
2. Der Iran will ihn.

Der Iran möchte diesen Krieg natürlich nicht sofort, sondern erst, wenn er genügend nukleare Sprengköpfe für seine bis Berlin reichenden Raketen hat.

Im Iran regieren religiöse Fanatiker, die an einen Endkampf des Weltgeschehens mit folgendem Jüngsten Gericht glauben.
In den USA regieren religiöse Fanatiker, die ebenfalls an einen Endkampf des Weltgeschehens mit folgendem Jüngsten Gericht glauben.
Den in beiden Lagern regierenden religiösen Fanatikern ist gemein, sich jeweils selbst als die Guten in diesem Endkampf zu sehen, als die, denen im erwarteten Jüngsten Gericht das ewige Leben in einer "Himmel" genannten Institution zugesprochen wird, während jede Seite davon ausgeht, dass die jeweils andere auf alle Ewigkeit zu schlimmster Folter in der Hölle verurteilt wird.

Wie es bei religiösen Fanatikern nicht anders zu erwarten ist, wird natürlich von beiden Lagern das diesseitige, materielle Leben verachtet, alles Streben richtet sich nur auf das erhoffte Jüngste Gericht und die Ankunft im Himmel aus.

Die faktische Existenz von Atomwaffen, die zudem in ihrer Herstellung keinen besonderen Anspruch an die Intelligenz des Produzenten stellen (Experten halten einen mittleren Hauptschulabschluß für ausreichend) ermöglicht den religiösen Fanatikern den Weg in die "self-fullfilling prophecy", die sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Kurzum, die religiösen Fanatiker aller Couleur machen uns zu Zeugen ihres Strebens, das Eschaton zu immanentisieren.

Wenn die der Aufklärung verpflichteten Teile der Menschheit überhaupt eine Chance haben können, diesen in nächster Zukunft zu erwartenden finalen Atomkrieg noch zu verhindern, dann dadurch, dass sie selbst die Herrschaft an sich reißen und jede Religion, die das Potential zu dem oben geschilderten eschatologischen Fanatismus beinhaltet, abschaffen.
Aufgrund der drängenden Zeit, immerhin arbeiten die USA schon an konkreten Plänen für die Kriegsführung mit dem Iran, während die iranische Führung sehr konkret über eine Wiederholung des Holocaust spricht und sehr konkrete Schritte zur Erlangung der nuklearen Waffentechnik geht, kann es als ausgeschlossen gelten, die weltgefährdende Macht der Religionen mit der Graswurzel-Strategie der evolutionären Überwindung des Phänomens der Macht per se durch geduldiges Kiffen und Meditieren zu brechen.

Es scheint also unvermeidbar, dass die Kräfte der Aufklärung unmittelbar dazu übergehen müssen, selbst nach der Macht zu greifen und die Religionen in die sprichwörtliche Wüste zu schicken. Dass dies gelingen kann, zeigt das historische Beispiel der Einführung der strikten Trennung von Staat und Religion, des Laïzismus, in der Republik Frankreich im Jahre 1905.

"Imagine, there's no heaven, above us only sky" (John Lennon, in seiner beeindruckenden Vision einer freien Gesellschaft ohne Tyrannei der Religionen)

Tipp: Zum Tode Edward Tellers, des "Vaters" der Wasserstoffbombe

 

URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/eschaton.htm

 

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Christian Wetter 13.02.2006

 
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