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Feudalismus für die Lithiumberge?

Bremen, 25. 03. 2008

Seit Tagen bestimmen die profeudalistischen Krawalle und Pogrome in den Lithiumbergen und deren Niederschlagungsversuche durch die radikalkapitalistische Einparteiendiktatur des weltgrößten Handyexporteurs und Kleidungsversorgers der westlichen Unterschichten den Grundtenor in unseren Medien.

Doch halt, was sind die Lithiumberge?

Die in diesem Artikel Lithiumberge genannte Region mit den weltweit größten Lithiumvorkommen ist Tibet, wo gestützt von westlichen Medien und seit Jahrzehnten finanziell, propagandistisch und paramilitärisch durch den us-amerikanischen Geheimdienst CIA unterstützt die Anhänger des feudalistischen Lamaismus die Gegend unsicher machen.

Als gäbe es im chinesischen Einflußbereich nicht wichtigere Gruppen, etwa die hunderte Millionen Menschen zählende Arbeiterklasse, die von der radikalkapitalistischen "Volksrepublik China" bis aufs Blut ausgebeutet und erniedrigt werden, hat sich "die Weltgemeinschaft" dazu entschlossen, das Wohlergehen von ein paar tausend arbeitsscheuen und mordbrennenden tibetischen Mönchen als oberste Priorität anzusetzen.

Ganz zu Freude der in China regierenden "kommunistischen" Partei, denn diese kann nun wunderbar vom Scheitern des Kapitalismus und täglichen Arbeiteraufständen, Streiks, Lohnsenkungen und Massenentlassungen ablenken. In den chinesischen Massenmedien sind nun ein paar tausend plündernde lithiumbergische Mönche die Schuldigen für alle Probleme, die das Ende des Kapitalismus in seinen Todeszuckungen so mit sich bringt. Ganz ähnlich ist es in den westlichen Medien, hier sind die "friedliebenden Mönche" das letzte sich auflehnende Bollwerk gegen die "gelbe Gefahr" des chinesischen "Kommunismus".

Es ist schon seltsam, immer wenn der Kapitalismus seine Krämpfe bekommt, werden die Probleme ethnisiert, also in letzter Instanz als "Rassenfrage" behandelt; das war und ist in Deutschland nicht anders, man betrachte das Emporkommen des nationalsozialistischen Rassenwahn in den Krisen des Kapitalismus der späten Weimarer Republik, oder die Wahlkämpfe des stramm rechtsradikalen Roland Koch in Hessen.

Doch warum haben sich die Radikalkapitalisten der VR China dazu entschlossen, gerade die Bewohner der Lithiumberge für ihre Ethnisierungsstrategie zu benutzen, und warum springt "der Westen" so unterstützend hinzu?

Es liegt eben an den weltgrößten Lithiumvorkommen in Tibet. Die Lithiumberge sind vollgestopft mit einem Rohstoff, der immer stärker gebraucht wird. Schauen Sie mal in Ihr Handy, da drinnen fidnet sich unter Garantie ein Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion) oder ein noch modernerer Lithium-Polymer-Akku (Li-Polymer). Der Weltgrößte Markt für Handys ist die "Volksrepublik" China, Ende 2007 gab es schon 580 Millionen Handybesitzer, zur Zeit werden jedes Jahr mindestens 100 Millionen alte Handys in China durch neuere ersetzt und 100 Millionen Erstkunden mit neuen Handys versorgt. Auf Dauer ist also mit einem Jahresabsatz von mindestens 200 000 000 (zweihundert Millionen) Handys in China zu rechnen. Hinzu kommt der Export, mehr als jedes dritte außerhalb Chinas verkaufte Handy wurde in China hergestellt.

China "braucht" also die Lithiumberge, schon allein um weltweit Marktführer auf dem Handymarkt zu bleiben.

Ausgelöst durch die Miniaturisierungswelle bei Mobiltelephonen hat sich aber die Entwicklung der Akkus allgemein beschleunigt. In China entwickelte Lithium-Polymer-Akkus treiben Elektrobusse an, mit denen Besucher der olympischen Spiele "umweltschonend" durch die Millionenstädte kutschiert werden sollen. Das Marktpotenzial für Elektroautos ist gigantisch, man denke nur an die Feinstaubverordnungen unserer Großstädte bezüglich der Autos mit Verbrennungsmotor. Man kennt die Vorteile der Photovoltaik, also der Technik, aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen, man kennt die Probleme des Specherns von Strom. Lithium-Polymer-Akkus sind extrem langlebig und leistungsfähig, schon werden die ersten Sportwagen mit Elektroantrieb angeboten, gespeist von Lithium-Polymer-Akkus.

So wie es aussieht ist - zumindest mittelfristig - Lithium der Rohstoff der umweltfreundlichen "solaren" Mobilität!

Kein Wunder also, daß China und der Westen sich um die Lithiumberge rangeln, Chinas Kapitalisten brauchen die Lithiumberge, und die westlichen Kapitalisten träumen von den Lithiumbergen und der feudalistischen Sklavenhaltergesellschaft, welche die Dalai Lamas dort bis zum Einmarsch der "Kommunisten" garantierten. Eine Gesellschaft ohne Gewerkschaften, mit Leibeigenen und Sklaven denen man bei Fluchtversuchen die Haut bei lebendigen Leib abziehen, denen man bei ungehorsam die Augen austechen und die Zungen herauschneiden darf, wo jede Gewalt zu Unterdrückung der Arbeiter erlaubt ist, das ist das Paradies der "Investoren".

Lithium und Sklaverei, das ist, was den Westen so geil auf die tibetischen Lithiumberge macht, ökologisch "sauber" knechten und ausbeuten, die "Schwarz-Grüne" Zukunftspolitik nimmt ihren Anfang im Tibetwahn des Bonzenpacks.

Fragt sich nur, ob die Tibeter so viel Lust auf eine Neuauflage der feudalistischen Sklavenhaltergesellschafter haben, wie westliche Konzerne es sich erhoffen...

Ergänzung vom 14.04.2008: Die dramatischen Preissteigerungen und Verknappungen bei fossilen Treibstoffen sowie die absolute Unmöglichkeit, diese durch "Biokraftstoffe" zu ersetzen, werden den Bedarf an photovoltaischer Energieerzeugung drastisch steigern, da immer mehr Fahrzeughersteller von der Brennstoffzelle weg zur Lithiumtechnologie schwenken, wird der Bedarf an Lithium sich exonentiell erhöhen. Zur Unmöglichkeit, Biokraftstoffe als Ersatz für fossile zu nutzen, lesen Sie bitte den Stattnetz-Artikel "Hungern für den Biosprit".

Tipp 1: http://www.basytec.de/links.html (eine Liste weltweiter Batterie und Akku-Hersteller)

Tipp 2: http://www.mobile-times.co.at/database/heft2000/32_39___.html (Auto-Akku mit Zukunft)

Tipp 3: Tibet and the March 10 commemoration of the CIA's 1959 'uprising' (externer Link, it.politica.internazionale)

Tipp 4: http://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Gebiet_Tibet#Industrie

Tipp 5: China: New lithium production project in Tibet (externer Link, findarticles.com)

Tipp 6: Der Eskapismus der Gutmenschen (externer Link, welt.de)

Tipp 7: Ein ungeheures Lächeln (externer Link, philolog.wordpress.com)

Tipp 8: Velozzi Lithium-Sportwagen mit 200 mph (320 km/h) Spitzengeschwindigkeit! (externer Link, wattgehtab.com)

Tipp 9: Lithium-Ionen-Batterien oder Brennstoffzellen? Daimler setzt auf Lithium-Ionen-Technik beim Mercedes-Benz S400 BlueHybrid (externer Link, energieportal24.de)

 


URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/feudalismus_lithiumberge.htm

 

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Christian Wetter 25. 03. 2008

 
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