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Fundsache: Forderungen |
Bremen, den 06.08.2004 | |
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Na, manchmal hat man Glück und findet was. Beim Stöbern im Netz auf der Suche nach Forderungen und Perspektiven der Sozialproteste begegnete mir folgende Liste an Vorschlägen. Zitat: "Wichtig halte ich, der Agenda-2010-Ideologie konkrete Positivforderungen gegenüber zu stellen. Meine Vorschläge dazu: a) Existenzgeld in Höhe von 1200 € zuzüglich Krankenversicherung
für alle Nichterwerbstätigen. Proteste ohne konkrete Positivforderungen halte ich persönlich für
gaga, unter anderem deshalb, weil ich zu denen gehöre, die durch
Hartz IV gut doppelt soviel Geld in der Tasche haben werden. Ich wünsche
keinem das mir bekannte Gefühl von Hunger, verlange aber, dass diejenigen,
die durch Hartz IV schlechter gestellt zu werden befürchten, nicht
dafür demonstrieren, dass alles beim alten bleibt und ich schlichtweg
verhungere. Noch hat der ganze Protest nicht das geringste mit Solidarität
zu tun." Zitatende. Heute (11.08.2004) erreichte die Redaktion folgende Erklärung: "Zur Erklärung meiner Vorschläge für Forderungen:
Vergesellschaftung von Großbetrieben und Banken ist meines Wissens nach mit der einfachen Mehrheit des Bundestages möglich, es ist so sehr verfassungskonform, dass noch nicht mal der Bundesrat zustimmen muss. Den Druck, den eine solche Forderung auf das Großkapital ausübt, kann man sich am erhobenen Daumen abzählen... Finanzielle Forderungen nach Mindestlohn und Existenzgeld müssen
immer so hoch angesetzt werden, dass man am Ende nicht ein ganz beschissenes
Ergebnis erzielt. Natürlich sind 18€ kaum das zu erwartende
Ergebnis, aber die Anfangsforderung bestimmt mit über die Höhe
des Endergebnisses. Mir ist z.B. keine Tarifrunde bekannt, wo die Lohnforderung
1 zu 1 erreicht wird. Nebenbei dürfen wir ruhig etwas dreist sein,
die Forderungen des Großkapitals nach noch mehr Verarmung werden
ja auch nicht nach Sinn und Unsinn beurteilt, sondern danach, welche Parteispenden
das Großkapital tätigt, d.h. nach dem Maß der Druckmittel.
Das nur zur Erklärung, ich bin weder Verfassungsfeind, noch möchte
ich mit solchen in einen Topf. Eher im Gegenteil, denn das Maß an
Großkapitalismus welches wir derzeit haben, ist die wohl größte
Gefahr für den demokratischen Verfassungsstaat, wie wir an der ständig
steigenden Missachtung der Menschenwürde u.a. bei Hartz IV ja täglich
erleben. Eine weitere Erklärung zu den Vorschlägen für Forderungern erhielten wir am heutigen 13.08.2004: "Das Existenzgeld erachte ich als notwendig, weil die Arbeitsgesellschaft
in der bekannten Form am Ende ist, klassische Vollbeschäftigung sah
schon die OECD Ende der 90er Jahre für Europa als nicht mehr machbar
an, also sind alle Konzepte die Arbeitszwang und Druck und so beinhalten
überfällig. Weil aber die Menschen stets nach Beschäftigung
und Bestätigung suchen, habe ich solche Modelle wie in dem verlinkten
Beitrag von "Monitor" schon '96 einigen Mitgliedern der damaligen
Bunderegierung vorgeschlagen, und rate mal: Die Reaktionen waren überwiegend
positiv! Hier der Beitrag von "Monitor": http://www.wdr.de/tv/monitor/spezial_arbeitswelt.phtml Da die meisten Gelder in unserer Volkswirtschaft von Großkonzernen und Großbanken abgeschöpft und dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden um im Pyramidenspiel namens Börse dem nächsten Schwarzen Freitag entgegen zu warten, halte ich eine Vergesellschaftung für unabwendbar, wenn wir nicht erst nach der nächsten Weltwirtschaftkrise und der damit zusammenhängenden Währungsreform zu einem sinnvollen System kommen wollen. Vorschläge für gewisse Importzölle auf Waren aus Gebieten, in denen es keinen Sozialstaat gibt, soll einerseits gegen Dumping schützen, aber auch die Herkunftsländer motivieren, es mal mit ner sozialeren Politik zu probieren. Ich will erreichen, dass Sozialstaatlichkeit zum "Standortvorteil" wird, Kooperation sich also besser auszahlt als bedingungslose Konkurrenz um die Gunst windiger Großkapitalisten. Als historische Anlehnung: Marshall-Plan und gestaffelte Freihandelszonen
mit Ausgleich, Kontrolle der Finanzströme, siehe Bretton Woods. Beides
müsste natürlich den Bedingungen der Jetztzeit angepaßt
werden, war aber im Zusammenspiel das einzige Wirtschaftkonzept weltweit
dass bisher funktioniert hat und sozialen Wohlstand brachte. Weshalb manche
jetzt auf Konzepte des gescheiterten Manchesterkapitalismus setzen oder
den gescheiterten Staatskapitalismus propagieren, weiß ich nicht.
Genausowenig weiß ich, weshalb man mit aller Gewalt vom einzigen
das je funktionierte unbedingt weg wollte. Dass wir zu einer Kooperation der Volkswirtschaften kommen werden halte ich für unausweichlich, die Frage ist nur, ob durch Druck der Völker auf ihre Regierungen oder Grundbedingung für den Wiederaufbau nach dem nächsten Weltkrieg. Das erstere ist mir eindeutig lieber, aber zugegeben unwahrscheinlicher.
Aufgrund der vielen Bedingungsparameter kann meine Aufstellung an Vorschlägen gar kein Katalog sein. Hoffe, dass ich das soweit erkären konnte, ich möchte hier
ja kein 200-Seitiges Manifest verfassen. "
In der Hoffnung, die Diskussion zu beleben, wird es jetzt auch hier veröffentlicht. Denn der Feststellung, dass es katastrophal wäre, dafür zu demonstrieren, dass alles beim alten bleibt, kann ich mich mit ganzem Herzen anschließen. Die Zeit für Bla-Bla und ideologisches Gequatsche ist vorbei. Ohne durchsetzungsfähige Alternative ist auch die lauteste Demo nur vertane Zeit.
Spannende Foren zur Diskussion politischer Ziele des Protestes: Grundeinkommen konkret! Tom Maier hat ein ausgezeichnetes Diskussionspapier erstellt und durchkalkuliert: http://www.de.indymedia.org/2004/08/89212.shtml http://32884.rapidforum.com/topic=100180821016 http://32884.rapidforum.com/topic=100180809075 Forum mit regional gelisteteten Terminen: www.carmilo.de
URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/forderungen.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
06.08. 2004 ergänzt am 13.08.2004 |
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