| home > Politik > Für einen Euro in den Betrieb | ||
|
Ein Eurojobber in der freien Wirtschaft |
Bremen, 02.06. 2006 | |
|
Ein Euro-Jobs: gemeinnützig und zusätzlich sollen sie sein, angeblich. Schon seit langem, genauer gesagt, seit die Ein-Euro-Jobs zur Zeit des Schröder-Regimes in engster Konspiration der nur noch den Lobbyisten verpflichteten Politnomenklatura mit dem durch die "Hurenbock-Affäre" zu zweifelhaftem Weltruhm gelangten VW-Manager Peter Hartz "angedacht" wurden, fordern die in der Tradition des Nationalsozialismus fest verankerten Arbeitgeberverbände die Einführung dieser Ein-Euro-Jobs auch in der freien Wirtschaft. Nun sind sie da, die Ein-Euro-Jobber in der freien Wirtschaft. Wie ich heute im Rahmen einer Teamsitzung des Bereichs für Öffentlichkeitsarbeit eines größeren regionalen Beschäftigungsträgers erfuhr, ist es auf Anordnung der zuständigen Bremer Behörden ab jetzt für jeden Ein-Euro-Jobber Pflicht, ein 4-wöchiges Betriebspraktikum zu absolvieren. (Diese Regel gilt scheinbar allerdings bundesweit - aus vielen Städten erreichen mich Meldungen über diese Praxis, aus zu vielen Städten, um sie alle aufzuzählen.) Bei diesem Beschäftigungsträger, der bisher einen Schnitt von etwa 750 Ein-Euro-Jobber beschäftigt, und die damit zusammenhängenden Fördermittel bestens in Immobilien zu investieren versteht, bin auch ich derzeit als Ein-Euro-Jobber auf freiwilliger Basis beschäftigt; so eine Recherche vor Ort kann sich kein erwerbsloser Chefredakteur entgehen lassen! Bisher kam mir zu Ohren, dass mein 'Arbeitgeber' die Zahl der durchschnittlich berschäftigten Ein-Euro-Jobber innerhalb der nächsten Tage um 1.000 erhöhen wird Das bedeutet bei nur diesen Beschäftigungsträger dann eine Zahl von knapp 1.800 Ein-Euro-Jobbern im Dauerdurchschnitt. Bei einem Betriebspraktikum von 4 Wochen bei regulär 6-monatiger "gemeinnütziger und zusätzlicher" Dienstzeit ist folglich ein Sechstel - also 300 - dieser Kräfte ständig im Betriebspraktikum. 300 Arbeitskräfte für umsonst bekommen Bremer Kapitalisten nun also nur über diesen einen von vielen Beschäftigungsträgern geschenkt. Was an der Arbeit dieser - ich habe mein Team in Blick - hochqualifizierten Arbeitskräfte noch gemeinnützig und zusätzlich sein soll, wenn diese in am Markt konkurrierenden Betrieben eingesetzt werden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen! Nehmen wir mal die 650.000 Ein-Euro-Jobber als Berechnungsgrundlage, die das Schröder-Regime als Zielvorgabe hatte, so werden ab jetzt rund 110.000 Beschäftigte bundesweit durch den Einsatz von zwangseingesetzten Ein-Euro-Jobbern in die Arbeitslosigkeit katapultiert! Die Arbeitgeber sparen den Lohn für rund 110.000 Arbeitskräfte, die Beschäftigungsträger stopfen sich die Taschen voll mit Fördermitteln, das Regime verkündet einen überraschenden "Rückgang" der Arbeitslosenquote, denn Ein-Euro-Jobber haben zwar weder Menschen- noch Arbeitsrechte, werden aber in der Statistik als voll Erwerbstätige gezählt. Das "Jobwunder" ist da, auch Sie werden ihm bald zum Opfer fallen, verehrte Leserin, verehrter Leser! Tipp 1: Kapital und Faschismus (Stattnetz-Artikel vom 06.05.2005) Tipp 2: Integration durch Anpassung? (Stattnetz-Artikel vom 03.08. 2004) Tipp 4: Sozialraub wofür? Der "Sinn" des Sozialraubes: Krieg (Stattnetz-Artikel vom 15.08.2004) Tipp 5: Widerstand gegen Ein-Euro-Jobs (externer Link, www.sozialplenum.org) Tipp 6: Zwang zur Arbeit Von Weimar über das NS-Regime bis heute (externer Link, www.nrw.vvn-bda.de) (Link ergänzt am 05.06.2006) Tipp 7: Der Lohn der Angst - Automation und Fortschritt, Wissensarbeit und Kapitalismus vernichten Arbeitsplätze. Und das ist gut so. Es geht nämlich auch anders. (externer Link, www.brandeins.de) (Link ergänzt am 05.06.2006) Tipp 8: http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=440759 (Diskussion über unbezahlte unter unter Zwang in der freien Wirtschaft eingesetzte Arbeitskräfte) - (Link ergänzt am 05.06.2006) URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/generation_1_euro.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
© Christian Wetter 02.06. 2006 |
||
![]() |
||