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Gewerkschaftsmarkt |
Bremen, 22. 11. 2007 | |
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Ein Heulen und Zähneklappern geht um bei den Arbeitgebern und den Ihnen freiwillig unterworfenen Funktionären mit Pufflizenz. Die Lokomotivführergewerkschaft DGL weigert sich, ihre Mitglieder ähnlich den klassisch arbeitgebernahen Gewerkschaften für weitere Reallohnverzichte kämpfen zu lassen! Urplötzlich stört sich der DGB an "Konkurrenz". Daß der für Millionenverschleuderung bei die neue Homepage der Agenten "für Arbeit" bekannte Florian Gerster ebenfalls eine Konkurrenzgewerkschaft gründete, um im zu weit über 60 Prozent zum Axel-Springer-Konzern gehörenden Postzusteller PIN Group AG gegen das Postgesetz verstoßende Löhne von € 6,- brutto durchzusetzen, stört den DGB hingegen weit weniger. Wenn also eine Konkurrenzgewerkschaft von Arbeitgebern gegründet wird und diese Arbeitgeber dann mit Druckmitteln die Mitgliedschaft ihrer Beschäftigten in dieser Lohndrückerkolonne befehlen, ist daß dem DGB nur wenig Aufhebens wert, stehen doch die Interessen der Plutokraten im Fordergrund. Setzt sich aber eine Gewerkschaft konsequent käpfend für die Interessen ihrer beitragszahlenden Mitglieder ein, ist das Geschrei nicht zu überhören. Die Prinzipien der Marktwirtschaft scheinen aus Sicht des DGB nur dann zu gelten, wenn sie den Beschäftigten schaden und den Plutokraten nutzen. Dabei ist die Forderung der Bahngewerkschaft DGL nach 31% höheren Löhnen in den unteren Lohngruppen äußerst moderat, zumal es den DGB-Gewerkschaften ja frei steht, für ihre Mitglieder ebenfalls menschenwürdige Arbeitbedingungen und Löhne zu erkämpfen, niemand hindert sie daran. Natürlich ist es für Plutokratenknechte störend, wenn die als Sklaven betrachteten eigenen Mitglieder scharenweise zu Konkurrenz überwechseln, weil sie dort als freie Menschen behandelt werden und sicher sein können, daß ihre Interessen und nicht die der Plutokraten im Mittelpunkt stehen. Aber so funktioniert nun mal Marktwirtschaft. Wer die bessere Leistung für die Kunden erbringt, macht die besseren Geschäfte. Es gibt keinen Grund, warum das im Gewerkschaftsmarkt anders sein sollte. Genau darin jedoch liegt auch aus Sicht der Politik der Hase im Pfeffer. Duldet man einen freien Gewerkschaftsmarkt, würde auch die Arbeitgebergewerkschaft der "Neuen Brief- und Zustelldienste" mit Sitz in der Universitätsstrasse 71 in Köln ihren Alleinvertretungsanspruch für die Beschäftigten im Springer-Verein PIN Group AG und der ebenfalls mit Hungerlöhnen das Volk herabwirtschaftenden holländischen TNT verlieren. Da die menschenunwürdigen Bedingungen bei PIN und TNT allerdings kein besonderes Thema in den gleichgeschalteten Massenmedien sind, sondern diese eher versuchen dem Plukratenauftrag nachzukommen, Hetze gegen die Lokführer zu treiben, ist das Argumentationsfeld für die politischen Knechte der Plutokratie vorgegeben. ja wo kämen wir denn hin, wenn alle Naslang Arbeitnehmer ihre Rechte fordern würden! Ja womöglich gar noch streikten! Nein, das ginge nun doch zu weit. Nun mag die eh als korrupt und dekadent bekannte Politik ja labern was sie will, den klassischen Gewerkschaften des DGB bleibt nur übrig, die neue Lage zur Kenntnis zu nehmen und mit der Bereitschaft zu massiven Mitteln die Interessen ihrer Beitragszahler zu erkämpfen, oder in der marktwirtschaftlichen Konkurrenz unterzugehen. Was Florian Gersters Arbeitgebergewerkschaft allerdings kaum wird verhindern können, ist die drastische Anhebung der Löhne bei den "Neuen Brief- und Zustelldiensten". Denn § 6 Absatz 3 Nummer 3 des Postgesetzes schreibt vor, daß kein Unternehmen eine Lizenz zur Postbeförderung haben darf, wenn die "wesentlichen Arbeitsbedingungen, die im lizenzierten Bereich üblich sind" verletzt werden. Und das sind nun mal Bruttolöhne von deutlich über 10 Euro. Wie in antidemokratisch-plutokratischen Systemen üblich, weigert sich die zuständige Behörde selbstredend ihrer gesetzlichen Pflicht zur Abstrafung der Gesetzesbrecher nachzukommen. Die in diesem Fall verantwortliche Bundesnetzagentur glänzt durch bonzenfreundliche Passivität. Übrigens sind im Falle der Postdienstleister qua Postgesetz auch Debatten um gesetzliche Regelungen obsolet, da das geltende Recht nur angewandt werden muss. Auch Gersters Neugründung wird das nicht ändern können. Die Gewerkschaft, die durch Kampfmaßnahmen, nötigenfalls auch vor den Privatwohnungen der Verantwortlichen, die Anwendung des Rechtes durchsetzen wird, wird auch die sein, die sich auf dem Gewerkschaftsmarkt besser positionieren wird können. Denn geschriebene Gesetze werden erst dann realem Recht, wenn sie eingeklagt und durchgesetzt werden können. Alles andere ist Laberei.
Wie Florian Gerster mit Volksvermögen
umzugehen pflegt, URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/gewerkschaftsmarkt.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
Christian Wetter 22. 11. 2007 |
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