home > Politik > Hamburg: 30 Millionen für Nazi-Plunder

Mag Hamburg Nazis?

Bremen, den 14.06.2005

Angeblich müssen ja alle sparen, besonders die von der Wirtschaftskrise extrem hart betroffenen Stadtstaaten.

Mit Verwunderung nahm ich deshalb zur Kenntnis, was ich gerade aus Hamburg erfuhr. Der Hamburger Senat hat, natürlich mit Zustimmung der SPD, beschlossen dem bisher an der Elbchaussee gelegenen Seekriegs-"Museum" des Herrn Tamm 30 Millionen Euro und 99 mietfreie Jahre für den geplanten Umzug des Sperrmüllhaufens in die Hafen-City, in den Kai-Speicher B zu schenken.

Herr Tamm, bis 1991 Vorstandschef des Axel-Springer-Verlages ist weit über Hamburg hinaus bekannt für seine national-chauvinistischen Hohlphrasen. Originalton Tamm: „Eine Bindung an Geschichte, Volk und Heimat und alles was dazu gehört, brauchen wir, wenn wir dieses Land nicht an den Mob der Straße verlieren wollen“ (aus „medien aktuell“ vom 11.5.1998)

Was sich Herrn Tamm unter Bindung an Geschichte vorstellt, zeigt sein "Museum". Ohne Hinweis auf die Verbrechen des Faschismus werden dort überwiegend Kriegsschiffs- und U-Boot-Modelle aus der Nazizeit und Gala-Uniformen des Flottenstabs der Kriegsmarine des Dritten Reiches und die mit Hakenkreuzen verzierten Admiralsstäbe von Hitlers Großadmiralen, den in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilten Raeder und Dönitz, dem gaffenden Nazi-Publikum zur Bewunderung vorgeführt. Immerhin ist Tamm so ehrlich, sich bei der Schaustellung seines Nazi-Plunders nicht vom Nationalsozialismus zu distanzieren.

Zu Recht befürchten die demokratischen Einwohner Hamburgs, dass die Hafen-City durch das Geschenk des Senats für die zweifelhaften Machenschaften des Tamm zum Tummelplatz von Alt- und Neo-Nazis werden könnte.

Am Mittwoch den 22. 06. 2005 von 19:30 bis 22:00 findet deshalb im Hamburger Gewerkschaftshaus im Besenbinderhof 60, Ebene 9, Raum A/B eine Veranstaltung unter dem Titel "Tamm-Museum: Wallfahrtsort für Militaristen und Nazis?" statt. Ziel der Veranstaltung ist es, Verhinderungsstrategien gegen das geplante Tamm-Museum zu entwickeln.

 

Und da sag noch einer, die öffentliche Hand müsse Löhne, Gehälter und Sozialleistungen kürzen! Wenn für kriegverherrlichenden Sperrmüll aus der Nazi-Zeit Geld da ist, dann für alles andere erst recht!

Aktuell!!:

Mehr zum Tamm-Tamm http://www.steinbergrecherche.com/petertamm.htm (Schon Axel Springer soll sich von Peter Tamms Vorliebe für das Horst-Wessel-Lied gestört gefühlt haben) <eingefügt am 26.06.2005>

 


URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/hamburg_mag_nazis.htm

 

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Macht mich reich! Schenkt mir Geld!


© Christian Wetter 14.06. 2005

 
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