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Hungern für den Biosprit |
Bremen, 27. 11. 2007 (ergänzt am 11.04.'08) |
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Angesichts des immer teurer und immer knapper werdenden Erdöls ist nicht nur in der BRD ein regelrechter Run auf die sogenannten Biokraftstoffe zu verzeichnen. Gleichzeitig steigen die Preise für Lebensmittel auf Getreidebasis, da ja immer größere Flächen für Biosprit benötigt werden, in manchen Ländern, z.B. Mexiko kommt es deshalb schon zu Hungerproblemen in der Bevölkerung. Immer größere Anbauflächen werden dort für die Ethanolgewinnung auf Maisbasis genutzt. Das Grundprinzip der regenerativen Energien wie z.B. auch beim Biosprit ist meist die Nutzung der Sonnenenergie, die in unseren Breiten etwa bei 1000 kWh pro Jahr und m² beträgt. Bei der Beurteilung der Nutzung dieser Energie sollte man ja nun wie bei jeder wirtschaftlichen Tätigkeit die Effizienz beachten, also fragen, wie hoch der Wirkungsgrad der verschiedenen Nutzungen ist. Bei der Herstellung von Biodiesel werden pro Hektar (ha) etwa 1500 Liter im Jahr produziert. Der Energiegehalt von Biodiesel beträgt etwa 9 kWh pro Liter. Hieraus folgt, daß 1500 X 9 = 13 500 kWh Energie pro Jahr und Hektar (kurz 13,5 MWh) gewonnen werden. Zur Erinnerung, die Sonne brazzt mit 1 000 kWh (= 1 mWh / 1 Megawattstunde) pro Jahr und Quadratmeter, macht pro Hektar (10 000 m²) 10 000 MWh! 13,5 MW werden "gewonnen". Macht einen Wirkungsgrad von 0,135 Prozent! Zum Vergleich: monokristaline Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von 15 - 20 Prozent, der Einfachheit halber nehmen wir mal 15 %, etwas Schwund ist ja immer. Diese 15 % von den eingestrahlten 10 000 Megawattstunden sind exaktemente 1500 MWh!! Der Jahresbedarf an Haushaltsstrom pro Person von rund 1000 kWh / 1 MWh würde auf 8 Quadartmetern Fläche produziert, diese Energiemenge per Biodiesel herszustellen benötigten Sie etwas mehr als 740 Quadratmeter. Da aber die Energie aus Biodiesel bei der Stromerzeugung einen Generator antreibt, der selbst nur einen Wirkungsgrad von maximal 50% hat, bräuchten Sie, um den Strom für eine Person herzustellen auf Biodieselbasis 1 480 Qadratmeter, was für die optische Vorstellung drei bis fünf normalen Kleingärten entspricht... Drei bis fünf Kleingärten für die Energie, die Sie aus 8 m² Solarzellen (etwa die Grundfläche eines Autos) gewinnen können. Um das ganze noch mehr zu verdeutlichen, bauen wir auf die Kleingärten noch Gartenhäuschen und gönnen den Kleingärtnern je knapp 500 m² Garten (Genau 493,3 da 1480 / 3 = 493,3). Kommen also drei Kleingärten zusammen, und somit drei Gartenhäuschen, die auch ein Dach bekommen. Laut Bundeskleingartengesetz dürfen Gartenhäuschen eine Gesamtüberdachung von 24 m² haben, wir haben also drei mal 24, also 72 Quadratmeter Dach. Aber wozu das Dach? Da kommen monochristaline Solarzellen drauf! Mit den 72 m² Solarzellen produzieren wir bei einem Wirkungsgrad von 15% 10,8 MWh Strom, und damit den Jahresbedarf von 9 Personen. Auf den restlichen 1408 Qadratmetern können sich unsere drei Kleingärtner nach Lust und Laune erholen und jede Menge Obst und Gemüse anbauen. Würde man einen ganzen für das Biodiesel verplemperte Hektar in ein Kleingartengiet umwandeln, wäre die Energiebilanz noch schöner. Auf den Hektar mit seinen 10 000 Quadratmetern passen locker 20 großzügig bemessene Parzellen mit je 500 m². Macht 20 mal die zulässige Dachfläche von 24 m² also 480 m² die man ja für Solaranlagen nutzen könnte, macht 72 Megawattstunden Strom pro Jahr! Soviel wie 5,3 Hektar Biodiesel an Energie enhalten, bei Verstromung des Biodiesels entspräche der Hektar Kleingartenanlage mit Solarzellen sogar 10,6 Hektar Biodieselanbau!!!! Wir haben also, wenn wir nur 10 Hektar Biodieselland in einen Hektar Kleingärten und 9 Hektar Brotgetreide aufteilen, 20 glückliche Kleingärtner nebst Familien, das Brotgetreide von 9 Hektar und somit keinen Hunger und die selbe Menge an Energie wie bei einer 10 Hektar großen Monokultur Raps für Biodiesel. Das Obst und Gemüse sowie die Artenvielfalt in Flora und Fauna auf den Kleingärtner mal nicht extra gerechnet. Ich hoffe einigermaßen verdeutlicht zu haben, weshalb die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen zur Biodieselproduktion so ziemlich der größte Quatsch ist, den dumme Hirne sich ausdenken können. Ergänzung vom 11.04.2008: In der BRD wurden im vergangenen (2007) Jahr 46,6 Mio PkW genutzt, die durchschnittliche Fahrleistung lag bei 11 tausend Kilometern, der durchschnittliche Verbrauch lag bei 8 Litern je 100 km. Daraus resultierte für die PkW-Nutzung ein Gesamtverbrauch von 41 008 Millionen Litern Sprit! Diese bei einem Biodieselertrag von 1500 Litern pro Hektar komplett durch Biodiesel zu ersetzen würde eine Fläche von rund 27,3 Millionen Hektar verlangen! Dies sind 273 000 Quadratkilometer. Bedenkt man dabei, daß in der Landwirtschaft und der Verarbeitung ein Liter Kraftstoff benötigt wird, um drei Liter Biokraftstoff zu erzeugen, erhöht sich der Flächenbedarf um ein Drittel auf 364 000 km²! Die BRD umfasst ein Staatsgebiet von 357 022 km² wovon lediglich 235 000 km² Landfläche sind... Und wann ersetzen wir noch Heizöl und Gas durch "Bio"? Und mit was betreiben wir bald die LKWs, Flugzeuge und Eisenbahnen? Wo bauen wir unsere Lebensmittel an? Wo wohnen wir? Die Zukunft wird eng und hungrig... Wer jetzt noch Biosprit befürwortet, gehört wegen Fremdgefährdung in die nächstgelegene Nervenheilanstalt zwangseingewiesen! Tipp 1: "In zwei bis vier Jahren kann es zu substanziellen Problemen mit der Ernährung der Bevölkerung kommen" <Bezug: Deutschland> (externer Link, tagesspiegel.de - Artikel vom 12.8.2007) Tipp 2: "Experten fürchten Wassermangel durch Biosprit-Boom" (externer Link, spiegel.de) Tipp 3: "Alle Ackerflächen in Deutschland könnten nur 20 Prozent des Mineralöls ersetzen, aber damit Deutschland die komplette Ernährungsbasis entziehen." (externer Link, brauer-bund.de) URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/hunger-biosprit.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
Christian Wetter 27. 11. 2007 |
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