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Kultur am Scheideweg |
Göttingen, 20.11. 2003 | |
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In diesem Artikel möchte ich einmal etwas tun, was sehr selten geschieht, nämlich die Chancen unserer Kultur aufzeigen, die ja für gemeinhin den Eindruck erweckt, durch den Wirtschaftsliberalismus so unterzugehen, wie ehedem die Kultur der Sumerer. Als erste Hochkultur in der Menschheitsgeschichte ermöglichen uns die ständig weiter perfektionierten Produktionsmittel es einen stets wachsenden Teil der Bevölkerung von Produktionsarbeit in Landwirtschaft und Industrie zu entbinden. Normalerweise wird dieser Zustand nicht als positiv gewertet, verlieren die von diesen Arbeiten entbundenen Menschen in einer wirtschaftsliberalen Kultur doch als "Arbeitslose" jedes Existenzrecht. Schon vor Jahren forderte die Soziologin Prof. Sybille Tönnies deshalb Internierungslager für diese Menschengruppe. Nun, wer informiert ist darüber, dass Frau Tönnies die "Wehrmachtsaustellung" nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern wegen ihrer sexuellen Erregung beim Anblick erhängter Jugendlicher schon '97 in einen Artikel in der FAZ ablehnte, ist auch darüber im Bilde, welche Motive sie für Internierungslager für Arbeitslose hat, und wie feucht ihre Unterwäsche bei solchen Forderungen sein dürfte. Wenn man frei ist von den Abartigkeiten der modernen akademischen Soziologie (ich kenn da einen Lehrstuhl, den man mitsamt der Inhaberin einsparen sollte), sieht man auch die Chancen, die ich oben ansprach. In kaum einer Kultur vor uns hatten Menschen eine so hohe Lebenerwartung wie in der unseren, ein Problem ist der Pflegebedarf älterer Menschen. Aber ganz ehrlich, wenn alle 7 Millionen Arbeitslosen* sich der Pflege von Senioren widmen würden, unsere Senioren würden sich wegen Überversorgung beschweren. Das Problem der Pflege der Senioren ist also keines, unsere Kultur kann stolz darauf sein, dass mehr als genügend Leute Zeit haben, sich um sie zu kümmern. Ähnlich in den Wissenschaften. Der minimale Bedarf an Arbeitskräften in der Wirtschaft stellt mehr als ausreichend viele frei für die ebenfalls notwendige Arbeit in der Wissenschaft. Keine Hochkultur vor uns konnte soviele Menschen durch perfektionierte Produktion für Soziales, Ökologie, Wissenschaft und Kultur freisetzen wie die unsere! Jede Hochkultur vor uns hätte sich die Finger geschleckt nach dieser Chance! Wir haben die historische Pflicht sie zu nutzen!!! Ach so, Sie werfen ein, wie solle man das denn bezahlen? Antwort: Man muss es bezahlen, ansonsten wird diese Hochkultur erbärmlich untergehen! Geld ist ebenfalls mehr als genug da, man kann es also auch bezahlen. Das einzige, was wir uns nicht mehr leisten können, ist der Wirtschaftsliberalismus, egal ob in rot, rosa, gelb, schwarz oder grün mit seiner faschistoiden Tendenz der Massenverelendung!! Unsere Kultur steht am Scheideweg, entweder wir gehen den Weg zu wahrer Hochkultur, oder unsere Kultur verschwindet nach sozialen Konflikten und Atomkriegen mitsamt der Welt auf der sie besteht. Lesetipp eingef. 6.07.'05: http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/949236 (Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM, fordert ein Bürgergeld für alle und die Abschaffung aller Abgaben und der meisten Steuern, bis auf die Mehrwertsteuer)
URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/kultur_scheideweg.htm
Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
Christian Wetter, 20.11. 2003 |
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