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Wenn Oskars Vater auf die Herdplatte gewixt hätte |
Bremen, den 03.07.2005 ergänzt 5. und 6. 07.'05 |
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Linktipp vorweg, weil es ja immer noch Leute gibt, die sich Gedanken machen, statt Sündenböcke durchs Land zu jagen: http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/949236 (Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM, fordert ein Bürgergeld für alle und die Abschaffung aller Abgaben und der meisten Steuern, bis auf die Mehrwertsteuer) Jetzt aber zum Oskarchen, dass so gerne Sündenböcke prügelt und sich rechtsaußen anbiedert, anstatt das Köpfchen mal zum Denken zu verwenden: Zitat "Die Nazis waren nicht fremdenfeindlich, sondern in erster Linie rassistisch, denn sie haben Fremde im Deutschen Reich beschäftigt", sagte Lafontaine. Der SPD warf er vor, sie verwende den Begriff "Fremdarbeiter" auch auf ihren Internetseiten. Wer die WASG in einen Topf mit Neonazis werfe, sei "unfair und amoralisch", betonte Lafontaine weiter. Zitatende Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/politik/deutschland/96592 Die "Fremden", denen mein Großvater Rudolph Wetter, getaufter Arnold Wetter, Essen und Kleidung in den Wald brachte, nachdem diese sich "gesetzeswidrig" von ihrem "Arbeitsplatz" entfernten, (Zeuge: Heinrich Wetter) waren nie und nimmer freiwillig in Deutschland. Die wenigen, die sich nach Russland durchschlagen konnten landeten in den meisten Fällen im "Archipel Gulag". Ich weiß nicht ob Oskar Lafontaine ansatzweise ermessen könnte, was es bedeutet, 2 500 Kilometer meist zu Fuß unter Kriegsbedingungen nach "Deutschland" zum großen Teil als Gefangener zurückzulegen, unter Lebensgefahr zu fliehen, unter der selben Lebensgefahr zu Fuß 2 500 Kilometer zurück nach nach Russland zu laufen, um dort vom NKWD wegen Feigheit vor dem Feind, Kollaboration und ähnlicher Vorwürfe an eine Wand gestellt und erschossen zu werden. Wenn Lafontaines Vater auf die Herdplatte gewixt hätte, hätte es nur einmal gestunken. Ergänzung vom 05.07.2005: Auch heute gibt es Menschen, die teils mit falschen Versprechungen, teils mit brutaler Gewalt nach Deutschland gebracht werden, um hier als Sklavenarbeiter ausgebeutet zu werden. Die im Kern nationalistische und neokoloniale "Standortdebatte" in der sich der Zwang der Einzelstaaten zu absoluter Konkurrenz im Sinne eines Kampfes ums Dasein, mit der letzen Konsequenz des kriegerischen Weltenbrandes herauskristalisiert, trägt dazu bei. Unternehmer suggerieren unter tatkräftiger Mitwirkung parteigebundener "Journalisten", z.B. Sabine Christiansen (CDU), dass es patriotische Pflicht sei, im Überlebenskampf der Nationen auch auf das letzte bisschen sozialer Rechte zu verzichten. Noch wird dieser Kampf ums Dasein zwischen den Staaten mit Lohn- und Sozialdumping betrieben, die ersten Verlierer dieses Wirtschaftskrieges sind die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes, die man zwang, sich diesem Dumping zu unterwerfen, um Teil des "Hauses Europa" zu werden. Die Notleidenden waren zuerst die Bevölkerungen dieser Staaten. Schnell grassierten Massenarmut und Elendsprostitution. Dann begann man damit, Frauen nach Deutschland zu verschleppen, um diese hier zur Prostitution zu zwingen. Mittlerweile haben Zoll-Fahnder schon Arbeitssklaven in Nähereien entdeckt und befreit. Unter Bedingungen der Versklavung arbeiten verschleppte Menschen auf Baustellen, in der Landwirtschaft und in Schlachthöfen. Untergebracht meist in verschlagsähnlichen Bruchbuden findet selten bis nie eine Bezahlung statt. Nicht die hierher verschleppten Menschen nehmen Einheimischen die Arbeit weg, es sind die meist einheimischen Sklavenhalter, die nicht bereit sind, menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen für freie Arbeitskräfte zu bieten. Ginge es nach den Kapitalisten Hartz, Hundt, Rogowski und wie sie alle heißen, hätte eine kleine Hand voll Unternehmer bald das uneingeschränkte Recht, über alle anderen Menschen nach Sklavenhalterart zu verfügen. Damit die öffentliche Meinung nun nicht dahingeht, den Kapitalismus als Täter zu entlarven, abzuschaffen und womöglich internationale Zusammenarbeit statt dauerhaftem Wirtschaftkrieg durchzusetzen, präsentieren die Anhänger des Kapitalismus Minderheiten als Sündenbock. Und genau nach dieser Methodik scheint Oskar Lafontaine vorzugehen, nicht den Kapitalismus als Wurzel des Übels will er angehen, der "Fremdarbeiter" ist für ihn das Übel und der Übeltäter. Damit unterstützt er den Kapitalismus in zweierlei Hinsicht, erstens hilft er ihm, einen Sündenbock aufzubauen, der in der Geschichte des öfteren in Pogromen bis hin zum Holocaust als Menschenopfer zur Besänftigung des Gottes Kapitalismus dargebracht wurde, zweitens trägt er mit dazu bei, dass jede Kritik am Kapitalismus in den kapitalistischen Medien ausschließlich als von rechtsextremer Natur denkbar dargestellt wird. Kein Wunder also, dass eine von diesen Medien berieselte Öffentlichkeit in immer stärkerem Umfang den Rechtsextremismus als "Retter in der Not" aufzufassen und zu unterstützen beginnt.
Link-Tipps: 2.: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Hagen (externer Link, historisches-centrum.de) 3.: Oskar Lafontaines Engagement für Zwangsarbeit und Folter (externer Link, www.wsws.org) 4.: Zwangsprostitution heutzutage 6.: Wer ist Oskar L.? (externer Link, junge welt)
URL dieser Seite: http://www.stattnetz.de/politik/artikel/oskars_vater.htm
Macht mich reich! Schenkt mir Geld!
© Christian Wetter 03.07. 2005 (ergänzt am 05.07.2005) |
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