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Deutschlands dümmste Presse |
Bremen, 20. 12. 2006 | |
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Der erwerbslose Henrico F. aus Wiesbaden erlebt nun, was Menschen in Deutschland geschieht, wenn sie einfach nicht zum tumben Untertanen taugen und sich für ihre Interessen einsetzen. Vor wenigen Tagen brachte er Herrn Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (SPD), mit ironischem Dank für Hartz IV zum Kochen. Der stets unrasiert und ungepflegt wirkende Kurt Beck ließ sich zu der Behauptung hinreißen, wenn man sich wasche und rasiere habe man innerhalb von drei Wochen Arbeit. Zu dumm für Kurt Beck, daß der erwerbslose Henrico F. seinem Aufruf folgte und sich medienwirksam frisch rasiert mit neuer Frisur präsentierte. Beck sagte ihm Arbeit zu und wollte sein angeschlagenes Image vor der Presse aufpolieren. Schnell verabredete Kurt Beck einen Termin mit der Presse und lud Henrico F. nach Gutsherrenart vor. Schön hatte er sich das gedacht, vor laufenden Kameras würde er dem Erwerbslosen ein paar offene Stellen präsentieren, diesen Provokateur würde er schon zum dankbaren Kuschen bringen! Doch was geschah? Henrico F. ist zwar immer noch an Arbeitsaufnahme interessiert, daß er nur noch eine Niere hat, einen Bandscheibenvorfall und eine Schulterverletzung, all das hindert ihn nicht daran arbeiten zu wollen. Nur zu den vom Landesherrn befohlenen Pressterminen mochte er nicht erscheinen, ehrenamtliche Verpflichtungen waren ihm wichtiger als Becks Imagekampagne. Einsichtig, daß all der Terz nichts bringt ließ Kurt Beck die Informationen über 8 vakante Stellen Henrico F. durch zwei Boten zubringen. Irgendjemand in der Mainzer Staatskanzlei war aber dennoch auf eine Medienwirkung erpicht und verkündete im ganzen Land, man habe auch den Sozialbehörden in Wiesbaden die Daten der offenen Stellen informiert. Was macht die gleichgeschaltete Presse daraus? Ein Blatt titelt "Deutschlands frechster Arbeitsloser", "Warum bekommt so einer Stütze?", ein ganzer Choral an Hasstiraden ergießt sich nun über Henrico F. Die braven Medien sind sich einig, wer einen Pressetermin im Hause Beck nicht wahrnimmt, der ist ein Sozialschmarotzer, ja der will überhaupt nicht arbeiten, der hat ohnehin kein Recht zu leben... Doch hat Henrico F. zumutbare Arbeit verweigert? Nein. Was hat er getan? Den Mächtigen in die Suppe gespuckt. Ihn dafür nun öffentlich zu bestrafen ist "Pflicht" und "Ehre" zugleich für die gleichgeschalteten Presseorgane des Radikalkapitalismus. Ein Exempel wollen sie offensichtlich statuieren, damit nie wieder ein Arbeitsloser so frech ist, nicht duckmäuserisch in der Versenkung zu verschwinden. Da Henrico F. lediglich nachzuweisen ist, daß er für die Selbstdarstellungen eines Kurt Beck nicht zur Verfügung steht, wandert Deutschlands dümmste Presse auf einem schmalen Pfad. Die verleumderisch unterstellte Arbeitsverweigerung des Henrico F. läßt sich durch nichts, aber auch rein garnichts beweisen. Die Verleumdungen der Presse schon, denn die liegen schmierig gedruckt en masse vor. Wird Henrico F. Gegendarstellungen in den Medien verlangen? Wird er straf- und zivilrechtliche Schritte gegen die Hetzredaktionen einleiten? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, daß ein System, dessen Propagandamaschine es nötig hat, einen einzelnen Arbeitslosen so zu verhetzen, schlicht und ergreifend so am Ende ist, wie es die Stasi-Diktatur 1989 und die Hitlern 1945 waren. Ergänzung: Aus der heutigen Presseerklärung von Henrico und der Hartz4-Plattform: Zitat 1. Bauunternehmer Volker Schmand aus Wörrstadt suchte einen Facharbeiter für Straßen- und Tiefbau. Wenn Henrico Frank aus gesundheitlichen Gründen nicht über uneingeschränkte Körperkraft verfügt sagte er ehrlich ist das Blödsinn. 2. Dr. Horstmann vom bundesweiten Transportunternehmen Fiege bot eine LKW-Fahrer-Ausbildung mit anschließender Jobgarantie. Er bedauerte, dass ein Bewerber mit kranker Bandscheibe nicht geeignet sei. 3. Jürgen Kilb aus Kelkheim sah ein Riesenproblem und meinte ich würde was falsches sagen, wenn ich bei diesen Kriterien (Anm.: gesundheitliche Einschränkungen) zusagen würde. Und ergänzte körperlich fit muss einer sein für den Job als Müllwerker. Er erläutert, dass da am Tag etwa 400-500 Mal Mülltonnen auf den Wagen gehoben werden müssten. 4. Malermeister Karl Wirges aus Mainz suchte einen Malerhelfer, der z.B. auf Großbaustellen auf bis zu 10 m hohen Fassadengerüsten arbeiten und sich viel bücken müsste. Er meinte dass das schon mit der Genehmigung der Berufsgenossenschaft schwer werden würde. Er bezweifelt, ob er sich da nen Gefallen tut. 5. Kathrin Doré von Karl Gemünden aus Ingelheim suchte einen Baufacharbeiter für Baustellentätigkeit, Lager und Werkstatt, die mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden wäre. 6. Herr Assmuss von Alex Gaststätten Gesellschaft in Wiesbaden bot einen Spüler-Job an, der mit ständigem Heben von schweren Geschirrkörben über Stunden verbunden wäre. Assmus lehnte ab mit der Begründung: Klar nein, nicht machbar kein Job ohne starken körperlichen Einsatz. 7. Alfred Maier von Runtime Zeitarbeit aus Mainz bot Jobs als Helfer bei der Kistenproduktion, Kisten- und Flaschen-Sortieren beim Lebensmittel-Discounter sowie in einer Putzkolonne als Gebäudereiniger an. Das geht nicht mit kaputter Bandscheibe. Körperlich fit müsste er schon sein. Alle Arbeitgeber haben zugesagt, diese Jobs auch anderen Arbeitsuchenden anbieten zu wollen. Henrico Frank freut sich : Dann hat meine Aktion ja schon jetzt einigen anderen geholfen. Zitatende Weitere Ergänzung: Während manche erwerbslose Forenbetreiber in der durchsichtigen Motivation mal wieder zu Sabine Christiansen als "stummer Diener" eingeladen zu werden alles tun, um die Hetzjagd der Gossenjournaille gegen Henrico F. bis zur Pogromstimmung zu steigern, kann man sich als intelligenter Mensch ja auch mal konstruktive Gedanken machen. Wäre die Affaire Kurt B. / Henrico F. in Dänemark möglich? Im derzeitigen dänischen Sozialmodell nicht, meine ich. Dort erhalten Erwerbslose 90% des letzten Einkommens als Arbeitslosengeld, sehr schnell werden sie dann zumindest in Weiterbildung bzw. Umschulung vermittelt. Wer in Dänemark weitergebildet oder umgeschult wird, bekommt 100% vom Tariflohn, der dort höher ist als der deutsche. In Deutschland haben wir - leider ein ironisches "Danke" an den DBG - Tariflöhne von um die 3,- € brutto in immer mehr Branchen. Wie gesagt, die Dänen verdienen mehr, und sie haben einen florienden Binnenmarkt, und sie haben ständig ausgebildete Fachkräfte. Und: niemand dort hat Angst seine Arbeit zu verlieren, denn er weiß, es geht weiter! Im Ergebnis haben die Dänen Vollbeschäftigung und suchen gerade händeringend deutsche Gastarbeiter, denn die gelten dort als fleißig... Und ja, ein bedingungsloses Grundeinkommen wird man eines Tages auch in Dänemark brauchen, denn die Produktivität steigt und steigt... Aber diese Debatte steht erst am Anfang. Wenn wir wenigstens dänische Verhältnisse hätten, ein Henrico F. müsste nicht 6 Jahre arbeitslos sein... Ich schäme mich, ein deutscher Staatsbürger zu sein, denn "die Deutschen" sind das widerlichste Pack in Europa, zumindest bisher! Zuletzt bewiesen durch die Pogromstimmung gegen Henrico F, an der sich - leider- auch viele zum selben "Abschaum" gehörige Arbeitslose beteiligen! Tipp 1: http://www.bildblog.de/?cat=4 Tipp 2: Bi ba Binnenmarkt (Stattnetz-Artikel vom 05. 12. 2006)
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Macht uns reich! Schenkt uns Geld!
Christian Wetter 20. 12. 2006 |
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